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Materia³y - 95 tez,

 
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Autor Wiadomo¶æ
Gosia Korczak
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*** biografie - pe³ne, nieopracowane

Johannes von Tepl auch Johannes von Saaz oder Johannes von Schüttwa (* um 1350 in Schüttwa, Westböhmen; † 1414 in Prag) war ein deutscher Dichter.
Leben
Seinen Namen hat Johannes von Tepl möglicherweise von der Klosterschule in Tepl, die er als Knabe besuchte, was allerdings nicht nachgewiesen ist; eventuell war Tepl sein erster Wirkungsort. Er studierte Jura, es ist jedoch nicht belegbar, wo (möglich ist Prag, Paris oder Bologna). Er wirkte ab ca. 1373 zunächst als Stadtschreiber, Notar und rector scholarium (Schulrektor) in Saaz. Ab 1411 lebte er als Pronotar in der Prager Neustadt.
Mit Der Ackermann aus Böhmen (erstmals als Druckwerk um 1460) verfasste er 1401 eine der wichtigsten deutschsprachigen Prosadichtungen des späten Mittelalters.
Werke [Bearbeiten]
Der Ackerman (1401)
10 Verse im St.-Hieronymus-Offizium (1404)

Geb. vermutlich um 1350 Tepl(?); gest. vor April 1415 Prag.

Der Sohn des wohl bis 1374 in Sitbor (Schüttwa, West-Böhmen) amtierenden Pfarrers Henslin trat schon vor 1378 als Notar in Saaz auf, ab 1383 erscheint er als Leiter der dortigen Lateinschule. In diesen Ämtern wirkte er bis 1411, in welchem Jahr er Stadtschreiber in der Prager Neustadt wurde. Er führte den Magistertitel, vermutlich hat er in Prag oder Paris studiert.





Hans Sachs (* 5. November 1494 in Nürnberg; † 19. Januar 1576 in Nürnberg) war ein deutscher Spruchdichter, Meistersinger und Dramatiker.Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
Biografie [Bearbeiten]
Hans Sachs wurde am 5. November 1494 als Sohn des Schneidermeisters Jörg Sachs geboren. Nach dem Besuch einer Lateinschule absolvierte er von 1509 bis 1511 eine Schuhmacherlehre. Anschließend ging er wie damals üblich für fünf Jahre auf Gesellenwanderung.[1]
Während dieser Zeit diente er vorübergehend am Hof Kaiser Maximilians I. in Innsbruck und soll sich dort zum Studium des Meistersangs entschlossen haben. Daraufhin begann er im gleichen Jahr Unterricht bei Meister Lienhard Nunnenbeck in München zu nehmen. 1516 ließ sich Sachs dann endgültig in Nürnberg nieder, wurde 1520 Schuhmachermeister, aktives Zunftmitglied der Meistersinger und zeitweise deren Vorsitzender (um 1555).
Am 1. September 1519 heiratete er Kunigunde Creutzer (* 1502), die 1560 starb. Danach heiratete er am 2. September 1561 wieder, diesmal die junge Witwe Barbara Harscher. Kunigunde gebar ihm sieben Kinder, die er jedoch alle überlebte.

Scon früh stellte er sich auf die Seite der Reformation und verbreitete die Lehre Martin Luthers, zum Beispiel mit seinem Gedicht Die Wittenbergisch Nachtigall (1523), einer volkstümlichen Darstellung der Lehren Luthers, mit dem er ersten Ruhm erlangte. In der Folge produzierte Sachs mehr als 6000 Werke, viele davon in Knittelversen (merke: „Der Hans Sachs, der war ein Schuh-macher und Poet dazu“), und wurde zu einem der bekanntesten Dichter des 16. Jahrhunderts. Hans Sachs starb am 19. Januar 1576.
Zeitgenössische Bedeutung
Seine Bekanntheit bei den Zeitgenossen stammt vor allem aus der Tätigkeit als Meistersinger. Auch war Sachs schon zu seinen Lebzeiten ein gelesener und vor allem auch ein gespielter Autor.

Sachs selbst begann 1558 mit der Ausgabe der Nürnberger Folioausgabe seiner Werke und trug damit maßgeblich zur Verbreitung seiner Fastnachtsspiele, Schwänke, Dramen, Gedichte und Prosadialoge im Druck bei.

Neben diesen Werken wurde Hans Sachs’ Name auch weithin als Anhänger und Verfechter der Reformationsbewegung bekannt. So verfasste er vor allem in den Jahren von 1523 bis 1526 Reformationsdialoge und zeitkritische Flugschriften oder auch das Reformationslied Wach auf, dessen Originaltext Wagner in den Meistersingern vertonte.

Dieses Engagement blieb nicht ohne negative Folgen für ihn. Durch die damalige Obrigkeit erhielt Sachs Schreibverbot und musste sich auf seine Tätigkeit als Schuhmacher beschränken. Doch fasste die Reformation schon bald Fuß in Nürnberg, das sich 1529 als protestantisch erklärte; die Beschränkung wurde aufgehoben und Hans Sachs daraufhin zum Volkshelden.




Martin Opitz
Nobiliss. Excell. Dn. Martinus Opitius, Regiae Maiestatis Poloniae a Consiliis et Secretis, omnium Europae Poetarum Facile Princeps
Martin Opitz von Boberfeld (* 23. Dezember 1597 in Bunzlau; † 20. August 1639 in Danzig) war der Begründer der Schlesischen Dichterschule und ein bedeutender Dichter des Barock.Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
Leben und Werk [Bearbeiten]
Opitz war der Sohn des Metzgers Sebastian Opitz und dessen erster Ehefrau Martha Rothmann. Er besuchte ab 1605 die Lateinschule seiner Vaterstadt und wechselte 1614 auf das Maria-Magdalenen-Gymnasium zu Breslau. Mit 20 Jahren immatrikulierte er sich 1617 am akademischen Gymnasium zu Beuthen an der Oder (heute Bytom). Nachdem er 1618 einige Zeit als Hauslehrer in der Familie von Tobias Scultetus in Frankfurt (Oder) tätig war, wechselte er am 17. Juni 1619 an die Universität nach Heidelberg. Dort macht er bald Bekanntschaft mit einem Kreis junger Wissenschaftler, bestehend aus Georg Michael Lingelsheim, Jan Gruter, Kaspar von Barth und Julius Wilhelm Zincgref.

Der kurpfälzische Geheimrat Lingelsheim stellte Opitz als Hauslehrer für seine Söhne an. Als ihn der Krieg hier in Heidelberg einholte, ging Opitz 1620 als Hauslehrer in die Niederlande. An der Universität Leiden schloss er Freundschaft mit Daniel Heinsius, dessen Lobgesang Jesu Christi er bereits in Heidelberg übersetzt hatte. Ein Jahr später ging Opitz nach Jütland, wo sein erst 13 Jahre später veröffentlichtes Werk Trostgedichte in Widerwärtigkeit des Kriegs entstand, und nahm ein Jahr später die Einladung Bethlen Gábors, des Fürsten von Siebenbürgen, an. Opitz ging 1621 nach Weißenburg und lehrte dort am Akademischen Gymnasium Philosophie und schöne Wissenschaften.

Er verfasste hier unter anderem das Gedicht Zlatna (Name eines anmutig gelegenen Fleckens in Siebenbürgen) und begann ein nie vollendetes großes Werk über die Altertümer Dakiens (Dacia antiqua). Von Heimweh getrieben, kehrte er 1623 nach Schlesien zurück. Schon ein Jahr später avancierte er zum Rat am Hof zu Breslau bei Herzog Georg Rudolf von Liegnitz und Brieg.

1624 veröffentlichte Opitz sein Hauptwerk, das Buch von der Deutschen Poeterey. Hierin beschreibt er Regeln und Grundsätze einer neu zu begründenden hochdeutschen Dichtkunst, die sich nicht an den überlieferten antiken Versmaßen ausrichten, sondern vielmehr eine eigene, der deutschen Sprache gemäße metrische Form finden solle:

Nachmals ist auch ein jeder verß entweder ein iambicus oder trochaicus; nicht zwar das wir auff art der griechen vnnd lateiner eine gewisse groesse der sylben koennen inn acht nemen; sondern das wir aus den accenten vnnd dem thone erkennen / welche sylbe hoch vnnd welche niedrig gesetzt soll werden. Ein Jambus ist dieser: 'Erhalt vns Herr bey deinem wort.'Der folgende ein Trocheus: 'Mitten wir im leben sind.' Dann in dem ersten verse die erste sylbe niedrig / die andere hoch / die dritte niedrig / die vierde hoch / vnd so fortan / in dem anderen verse die erste sylbe hoch / die andere niedrig / die dritte hoch / etc. außgesprochen werden. Wiewol nun meines wissens noch niemand / ich auch vor der zeit selber nicht / dieses genawe in acht genommen / scheinet es doch so hoch von noethen zue sein / als hoch von noethen ist / das die Lateiner nach den quantitatibus oder groessen der sylben jhre verse richten vnd reguliren. (S. 49)

Anlässlich eines Besuchs in Wien verfasste Opitz 1625 ein Trauergedicht auf den Tod des Erzherzogs Karl. Dafür wurde er vom Kaiser Ferdinand II. eigenhändig zum Poeta Laureatus gekrönt und am 14. September 1628 als Opitz von Boberfeld in den Adelsstand erhoben. Opitz selbst machte jedoch Zeit seines Lebens keinen Gebrauch von dieser Auszeichnung.

Schon zu dieser Zeit war Opitz die Mitgliedschaft in der Fruchtbringenden Gesellschaft anscheinend sehr wichtig. Durch Vermittlung seines Freundes August Buchner versuchte er seine Anerkennung als Dichter in Form dieser Mitgliedschaft zu erreichen. Diesem Ehrgeiz entgegnete man jedoch in Köthen mit Zurückhaltung. Besonders Tobias Hübner, welcher die Versform der Alexandriner bevorzugte, war ein entschiedener Gegner von Opitz.

Problematisch war ferner die Tatsache, daß Opitz, obwohl selbst Protestant, 1626 zum Sekretär des Grafen Karl Hannibal von Dohna, des Führers der schlesischen Gegenreformation ernannt wurde, der durch seine Protestantenverfolgungen berüchtigt war.

Erst 1629 nahm Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen schließlich Opitz in die Fruchtbringende Gesellschaft auf. Besonders Diederich von dem Werder und Friedrich von Schilling hatten sich vehement für Opitz eingesetzt. Bei der Aufnahme verlieh der Fürst Opitz den Gesellschaftsnamen der Gekrönte und das Motto mit Diesem. Als Emblem wurde ihm ein Lorbeerbaum mit breiten Blättern (Laurus nobilis L.) zugedacht.

Auf einer Reise nach Paris lernte Opitz Hugo Grotius kennen, dessen Über die Wahrheit der christlichen Religion er in deutsche Verse übertrug. Nach dem am 22. Februar 1633 erfolgten Ableben des Grafen Dohna wechselte Opitz im Folgejahr zu seinem alten Gönner, dem Herzog Georg Rudolf von Brieg und begleitete diesen auf dessen Flucht nach Thorn (polnisch Toruñ). Opitz selbst ließ sich in Danzig (polnisch Gdañsk) nieder. 1636 trat er in den Dienst von König W³adys³aw IV. von Polen, der ihn zum Sekretär und polnischen Hofhistoriographen ernannte. In dieser Eigenschaft begann Opitz das Studium der sarmatischen Altertümer, beschäftigte sich daneben mit altdeutscher Poesie und veröffentlichte das „Annolied“ mit einem lateinischen Kommentar im Druck. Die Handschrift ist verloren.

Am 20. August 1639 starb Martin Opitz im Alter von 42 Jahren infolge einer in Danzig wütenden Pestseuche.

Bedeutung [Bearbeiten]

Opitz wurde von seinen Anhängern Vater und Wiederhersteller der Dichtkunst genannt. Er verfolgte das Ziel, die deutsche Dichtung auf Basis von Humanismus und antiken Formen zu einem Kunstgegenstand höchsten Ranges zu erheben, und es gelang ihm, eine neue Art der Poetik zu schaffen.

Mit seinen Betrachtungen über Sprache, Stil und Verskunst gab Opitz der deutschen Poesie eine formale Grundlage. Dabei stellte er verschiedene Gesetze auf, welche über ein Jahrhundert hinaus als Richtlinie und Maßstab aller deutschen Poesie galten:
Er forderte eine strenge Beachtung des Versmaßes unter zwingender Berücksichtigung des natürlichen Wortakzents.
Er lehnte unreine Reime ab.
Er verbot Wortverkürzungen und Zusammenziehungen.
Auch Fremdwörter schloss er aus.
Den Knittelvers lehnte Opitz ab, er empfahl den Alexandriner.

Zu Opitz' ästhetischen Grundsätzen gehörte das Horaz-Prinzip, dass die Poesie, indem sie ergötze, zugleich nützen und belehren müsse (siehe auch Regeldrama). Er verlangte auch, dass die Dichtung eine lebendige Malerei sei. Der ernsthaften Dichtung gab Opitz die Gegenüberstellung von Vergänglichem und Ewigem als zentrales Thema vor. In späteren Jahrhunderten sind Opitz' Regeln als Beengung des dichterischen Vermögens und der seelischen Schöpferkraft heftig kritisiert worden.



Andreas Gryphius (* 2. Oktober 1616 in Glogau, Schlesien; † 16. Juli 1664 ebenda; eigentlich Andreas Greif) war ein deutscher Dichter und Dramatiker des Barock. Er war der bedeutendste deutsche Sonettdichter des 17. Jahrhunderts.Inhaltsverzeichnis [Verbergen]

Leben [Bearbeiten]
Gryphius, der am 2.Oktober 1616 in Glogau geboren wurde, war der jüngste Sohn des Archidiakons Paul Gryphius aus Glogau (heute G³ogów, Polen). Sein Vater starb 1621 und der Stiefvater Michael Eder, ein protestantischer Lehrer, wurde von den Kaiserlichen vertrieben, kurz nachdem im Jahre 1628 Gryphius' Mutter an Schwindsucht gestorben war. Gryphius musste, wie alle Knaben unter 15 Jahren, zunächst in der Stadt bleiben, konnte jedoch bald seinem Stiefvater nach Driebitz, einem kleinen Dorf auf polnischem Gebiet, folgen. 1632 konnte er sein Leben in Fraustadt (heute Wschowa, Polen) einigermaßen geregelt fortsetzen. Er besuchte in Görlitz das Gymnasium Augustum und in den Jahren 1634 bis 1636 studierte er am Akademischen Gymnasium zu Danzig. Anschließend ging er als Hauslehrer in die Familie Georg Schönborners, Ritters von Schönborn nach Freystadt in Schlesien und später für längere Zeit nach Ostpreußen, wo er einige seiner bedeutendsten Werke verfasste.

1638 begleitete Gryphius zwei Söhne seines Mäzens Schönborner auf deren Kavalierstour durch die Niederlande. Er selbst studierte im Anschluss für ungefähr sechs Jahre an der Universität Leiden. 1640 verstarben sein Bruder Paul und seine Schwester Anna Maria innerhalb weniger Monate; Gryphius selbst erkrankte lebensbedrohlich. Bis Mai 1647 hielt er sich an der Universität Straßburg auf, und im November desselben Jahres erreichte er wieder seine Heimatstadt Fraustadt. Danach verbrachte er noch einige Zeit in Berlin, bis er Jahre später erneut in die Niederlande und nach Ostpreußen zurückkehrte.

Am 12. Januar 1649 heiratete Gryphius in Fraustadt Rosina Deutschländer, mit der er vier Söhne und drei Töchter hatte. Sein ältester Sohn Christian Gryphius (* 29. September 1649) sollte später das Werk seines Vaters stellenweise überarbeiten und veröffentlichen.

1662 wurde Gryphius durch Herzog Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen. Sein Gesellschaftsname war der Unsterbliche. Im Köthener Gesellschaftsbuch findet sich Gryphius' Eintrag unter der Nr. 788. Dort ist auch das ihm verliehene Motto wegen verborgener Kraft und das ihm zugedachte Emblem Orant zu finden. Am 16. Juli 1664 erlag Andreas Gryphius einem Schlaganfall.

Sein Leben war geprägt von den Leiden und Erfahrungen seiner Zeit, speziell dem frühen Verlust seiner Eltern, der Zerstörung Glogaus im Dreißigjährigen Krieg und dessen Religionsverfolgungen. Erfüllt von einer tiefen Friedenssehnsucht empfand er die Tragödien seiner Zeit besonders stark.

Gryphius thematisierte in seinen Tragödien und Gedichten das Leid und den moralischen Verfall während der Zeit der Kriege (Dreißigjähriger Krieg) sowie die Unruhe, Einsamkeit und Zerrissenheit der Menschen. Daneben findet sich in seinen Werken der wiederholte Hinweis auf „Eitelkeit“, das für die Epoche des Barock typische Motiv der Vergänglichkeit allen menschlichen Schaffens und Strebens. Exemplarisch dafür ist Gryphius' Gedicht „ Es ist alles eitel“. Ein oftmals im Deutschunterricht behandeltes Werk ist das bekannte Sonett Tränen des Vaterlandes von 1636, in welchem Gryphius eindringlich die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges behandelt.

Werke (Auswahl) [Bearbeiten]
Fewrige Freystadt, hrsg. Johannes Birgfeld. Laatzen: Wehrhahn 2006.
Sonette (Gedichtsammlung), Lissa 1637
Son- und Feyrtags-Sonette, Leiden 1639
Leo Armenius, oder Fürstenmord (Trauerspiel), Regensburg 1660
Katharina von Georgien, oder bewehrete Beständigkeit (Trauerspiel), 1647-1657
Horribilicribrifax Teutsch (Scherzspiel), hrsg. Gerhard Dünnhaupt. Stuttgart: Reclam 1976 u.ö. (RUB 688)
Cardenio und Celinde, oder unglücklich Verliebte (Trauerspiel), Breslau 1661
Ermordete Majestät oder Carolus Stuardus König von Gross Brittannien (Trauerspiel), 1657
Großmütiger Rechts-Gelehrter, oder Sterbender Aemilius Paulus Papinianus (Trauerspiel), Breslau 1659
Absurda Comica, oder Herr Peter Squentz (Schimpfspiel), hrsg. Gerhard Dünnhaupt und Karl-Heinz Habersetzer. Stuttgart: Reclam 1983 u.ö. (RUB 7982)
Verlibtes Gespenste / Die gelibte Dornrose (Doppeldrama), Breslau 1660
Abend [Kritisches Gedicht]
Tränen in schwerer Krankheit (1663)
Die Saat (1666)




Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (* 17. März 1622 in Gelnhausen; † 17. August 1676 in Renchen) war ein deutscher Schriftsteller.Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
Leben [Bearbeiten]
Grimmelshausen wurde 1622 als Sohn eines protestantischen Bäckers und Gastwirts geboren. Er stammte aus einem verarmten Thüringer Adelsgeschlecht. (Sein Großvater hatte 1599 als Bäckermeister in Gelnhausen den Adel abgelegt, wohl weil er nicht zu seiner Profession passte, und nannte sich fortan Melchior Christoffel.)
Grimmelshausen besuchte die Lateinschule. Infolge der Plünderung Gelnhausens im Jahr 1634 geriet der zwölfjährige Knabe schon früh in die Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges. Seit 1639 nahm Grimmelshausen zunächst als Soldat, und dann als Schreiber in der Regimentskanzlei des kaiserlichen Oberstleutnants von Schauenburg in Offenburg aktiv am Krieg teil. 1648 diente Grimmelshausen beim Oberst Elter in Wasserburg am Inn.
Nach Kriegsende heiratete er 1649 in Offenburg. Danach zog er nach Gaisbach im Renchtal, wo er ein Grundstück erwerben konnte und als Pferde- und Weinhändler arbeitete. In dieser Zeit trat er zum katholischen Glauben über.
Von 1662 bis 1665 war er als Burgvogt auf der benachbarten Ullenburg tätig, die im Besitz des Straßburger Arztes Dr. Küffer gewesen war. Von hier aus knüpfte Grimmelshausen seine Kontakte zur Sprachvereinigung Aufrichtige Gesellschaft von der Tannen in Straßburg. Danach übernahm er bis 1667 in Gaisbach die Gastwirtschaft Zum Silbernen Stern. In dieser Zeit begann seine Tätigkeit als Schriftsteller.
1667 wurde er Schultheiß in Renchen im Dienste des Straßburger Bischofs Leopold Wilhelm von Österreich. Dieser Wohnort wurde 1674/75 durch den niederländisch-französischen Krieges betroffen.
In der Regel benutzte Grimmelshausen Pseudonyme, unter denen seine Werke veröffentlicht wurden. Meist handelt es sich um anagrammatische Umstellungen seines wahren Namens, wie etwa Samuel Greifenson von Hirschfeld, Seigneur Meßmahl, Michael Rehulin v. Sehmsdorf, German Schleifheim v. Sulsfort, Erich Stainfels von Grufensholm, Philarchus Grossus von Trommenheim, Simon Lengfrisch von Hartenfels, Melchior Sternfels von Fuchshaim u. a.
Werk [Bearbeiten]
Grimmelshausens Hauptwerk ist der Roman Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch, d. h. die Beschreibung des Lebens eines seltsamen Vaganten, genannt Melchior Sternfels von Fuchshaim etc., der, sechs Bücher umfassend, 1668 in drei Ausgaben in Nürnberg erschien (verschleiernd war auf dem Titelblatt Mömpelgard als Erscheinungsort angegeben). Dieses erst in neuerer Zeit richtig gewürdigte Werk gilt als der lebensvollste Roman der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Tatsächlich ist diese Sichtweise eine Rückprojektion der Germanistik in eine Zeit, der sie noch heute weithin mit Unverständnis gegenübersteht. Begriffe wie „wirklich poetische Bedeutung“ und „Fülle echter Stimmung“ können dem Roman nicht gerecht werden, im Gegenteil verkennen sie den rhetorischen Charakter der Darstellung, die mit Versatzstücken aus der klassischen Literatur der Antike und des spanischen Picaro-Romans spielt. So wird der Kontrast der „Friedenssehnsucht“ in der „Seele“ des Helden mit dem blutigen Soldatenleben und wilden Abenteurertum, durch welches „Simplex“ hindurchgetrieben wird, als ergreifend gesehen. Ob dies auf authentischen Erlebnissen und echten Gefühlen beruht, muss bezweifelt werden. Vielmehr darf man davon ausgehen, dass Grimmelshausen bewusst für ein Lesepublikum schrieb, das seine Bücher kaufen sollte. Dazu bediente er sich der sprachlichen Klischees, mit denen sich der Leser identifizieren konnte. Dennoch zeichnet er wie vielleicht kein anderer Autor ein Bild des großen Kriegs sowie der verwilderten deutschen Gesellschaft nach dem Krieg, die er mit einem frischen Humor mischt. Gezeichnet wird die mentale Struktur der Zeitgenossen: sie sind derbe, rohe Menschen, die sich doch nach dem Idealen und Ewigen sehnen.
Von den späteren Ausgaben des Werks sind die von Adelbert von Keller für den Literarischen Verein in Stuttgart besorgte (1852-62, 4 Bde.), die von H. Kurz (in „Simplicianische Schriften“, Leipz. 1863-64; mit literarischen Einleitungen und Anmerkungen), von J. Tittmann (2. Aufl., das. 1877, 2 Bde.) und der von Kögel besorgte Neudruck (Halle 1880) hervorzuheben. Umarbeitungen erschienen von E. von Bülow (Leipzig 1836, nur die fünf ersten Bücher umfassend), Lauckhard (das. 1876) und E. H. Meyer (Brem. 1876).

Nicht so hoch wie der „Simplicissimus“ standen für die Germanisten Grimmelshausens übrige Erzählungen, die als Fortsetzung des kommerziell erfolgreichen Erstlings eingeschätzt werden müssen:
Trutz Simplex oder Lebensbeschreibung der Ertzbetrügerin und Landstörtzerin Courasche (1670 bei Felix Stratiot alias Eberhard Felßecker)
Der seltzame Springinsfeld (1670)
Das wunderbarliche Vogelnest (o. O. 1672)
Alle drei neu herausgegeben von Kurz in den Simplicianischen Schriften [siehe oben] und von Tittmann in Simplicianische Schriften (Leipzig 1877, 2 Bde.).

Ihnen reihen sich verschiedene Schriften satirischen Charakters an, wie
Schwarz und weiß oder die Satirische Pilgerin (1666)
Der teutsche Michel (1670)
Das Rathstübel Plutonis (1672)
Die verkehrte Welt (1673)

Neben diesen der volkstümlichen Richtung angehörigen Werken versuchte sich Grimmelshausen auch im breit-redseligen und galanten Kunstroman seiner Zeit:
Des vortrefflichen keuschen Josephs in Ägypten erbauliche Lebensbeschreibung (Nürnberg 1670)
Dietwalds und Amelindens anmutige Lieb- und Leidsbeschreibung (1670)
Des durchlauchtigen Prinzen Proximi und seiner ohnvergleichlichen Lympidä Liebesgeschichterzählung (1672)

Sie sind charakteristische Proben der aufgebauschten und leblosen Erzählungskunst jener Tage.
Eine Gesamtausgabe der Schriften Grimmelshausens erschien in Nürnberg 1683-1713 in 3 Teilen.
Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau, auch: Hofmann von Hofmannswaldau[1], (* getauft[2] 25. Dezember 1616 in Breslau; † 18. April 1679 ebenda) war ein schlesischer Lyriker und Epigrammatiker, Bürgermeister der Stadt Breslau, Landeshauptmann des Fürstentums Breslau und Direktor des Burglehns Namslau. Er gilt als der führende Vertreter der Zweiten Schlesischen (Dichter)schule und als Begründer des „galanten Stils“ in der deutschsprachigen Poesie.Inhaltsverzeichnis [Verbergen]

Leben [Bearbeiten]
Hoffmann gehörte einer „jungen“ Breslauer Patrizierfamilie an, die erst im 16. Jahrhundert, ursprünglich aus Neisse stammend, über Glatz nach Breslau gekommen war. Stammvater der Familie war George Hofmann († 1583), Pfarrer zu Wünschelburg, Assessor und Senior des Konsistoriums der Grafschaft Glatz.

Herkunft [Bearbeiten]
Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau war der Sohn des Johannes Hoffmann (lat: Auleander) (1575-1652), der aus Wünschelburg nach Breslau gezogen war, und dessen erster Ehefrau Anna Nagel (1591-1621) aus Breslau. Der Vater war als Beamter am Kriegszahlamt in Wien am 11. September 1612 in Prag in den erbländisch-österreichischen Adelsstand erhoben worden und erhielt am 13. Juli 1629 in Wien als Kaiserlicher Rat und Kammersekretär zu Breslau die Reichsadelsbestätigung mit dem Prädikat „von Hoffmannswaldau“. Nach dem Tod der ersten Ehefrau heiratete Vater Johannes in zweiter Ehe am 25. Oktober 1622 Magdalene Hogel († 1627) und nach deren Tod in dritter Ehe Maria von Artzat (1588-1662) aus Breslau. Schon Vater Hoffmann verfasste lateinische Verse.

Werdegang [Bearbeiten]
Nach dem Besuch des Breslauer Elisabeth-Gymnasiums wechselte Hoffmann 1636 auf das Akademische Gymnasium in Danzig. Dort traf er sich häufig mit Martin Opitz, der Hoffmanns dichterische Arbeit nachhaltig beeinflussen sollte. Am 9. Oktober 1638 wurde er an der Universität Leiden (Niederlande) immatrikuliert und studierte Rechtswissenschaften. Auf einer längeren, damals üblichen Bildungsreise als Begleiter eines Fürstensohns Frémonville lernte er in Amsterdam Andreas Gryphius kennen. Dann ging er nach England, wo er die Sprache erlernte, und anschließend nach Frankreich, wo er mit bedeutenden Gelehrten wie Hugo Grotius (1583-1645), François Auguste de Thou (1606-1642), Denis Pétau (1583-1652; auch Dionysius Petavius) und anderen verkehrte. In Italien hielt er sich längere Zeit in Genua, Pisa und Siena auf, reiste weiter nach Rom und kehrte über Florenz, Bologna, Venedig und Wien im Jahr 1642 wieder nach Breslau zurück.

Karriere in Breslau [Bearbeiten]
Hoffmann heiratete auf väterlichen Druck am 16. Februar 1643 Marie (* getauft 3. Juli 1626 in Breslau; † 19. Oktober 1692 wohl ebenda), die Tochter des Simon Webersky, der am 1. September 1660 mit dem Prädikat von Webersickh in den Adelsstand erhoben wurde. Aus der Ehe entstammten die Söhne Hans Christian und Georg Moritz. In Breslau betätigte sich Hoffmann als erfolgreicher Kaufmann, kam zu großem Vermögen und wurde Gutsbesitzer von Arnoldsmühle (Landkreis Breslau), Belkau und Schlaupe (Landkreis Neumarkt) sowie Kutscheborwitz (Landkreis Wohlau).[3]

Im Jahr 1647, kurz vor Ende des Dreißigjährigen Krieges, wurde Hoffmann besonders wegen seiner weltmännischen Bildung und breiten Kenntnis der europäischen Literatur, obwohl er nicht den sonst im Rat vertretenen alten Kaufmanns- und Patrizierfamilien angehörte, zum Ratsschöffen gewählt. Er gehörte dem Breslauer Rat ohne Unterbrechung 32 Jahre lang bis zu seinem Tod im Jahr 1679 an – im Wechsel als Schöffe oder Konsul. 1670 und 1674 wurde er Schöffenpräses, 1671-1673, 1675 und 1676 zum zweiten Konsul und damit stellvertretender Ratspräses und Landeshauptmann. Von 1677 bis zu seinem Tode war er Ratspräses und damit Bürgermeister der Stadt Breslau sowie Landeshauptmann des Fürstentums Breslau. Während seiner Amtszeit reiste er wegen konfessioneller Konflikte 1657 an den Kaiserhof nach Wien, wo er sehr erfolgreich war, was ihm die Ernennung zum Kaiserlichen Rat durch Kaiser Leopold I. eintrug. Auch in den Jahren 1660, 1669 und 1670 hielt er sich zu Verhandlungen in Wien auf.

Kulturelles Leben [Bearbeiten]
Hoffmann genoss einen ausgezeichneten Ruf in Breslau und trug durch Veranstaltungen in seinem Haus zum kulturellem Leben seiner Heimatstadt bei. Bedingt durch spätere berufliche und diplomatische Verpflichtungen als Breslauer Ratsmitglied verfasste er ab 1647 nur noch wenige Werke. Die meisten seiner literarischen Arbeiten waren in den 1640er Jahren entstanden.

Werk [Bearbeiten]

Hoffmann schrieb Sinnsprüche und verfasste eine große Zahl religiöser und weltlicher Lieder, hinterließ aber auch einige umfangreiche Werke, darunter vor allem: Der getreue Schäffer (1652), eine Übersetzung von Giovanni Battista Guarinis Pastor Fido, und die Helden-Briefe von 1664, einen fiktiven Briefwechsel, der von Ovids Heroiden inspiriert war.

Besinnliche Themen und Heldengestalten spielen in seiner Dichtung eine große Rolle, doch auch ein „reisender Cupido“ oder die Venus zwischen Triumphwagen und hübschem Mädchengesicht. Er bevorzugte die Jamben: wo sind die Stunden der süßen Zeit ...; sein Stil ist durch die Häufung sprachlicher Bilder gekennzeichnet.

Hoffmann war schon zu Lebzeiten ein berühmter Dichter, veröffentlichte seine Werke aber selbst nicht. Seine Verse wurden unberechtigt gedruckt, so zum Beispiel die Grab-Schrifften 1662; sie gingen von Hand zu Hand, wurden zudem immer wieder abgeschrieben und erreichten sogar die Herrscherhöfe. Da seine Verse auch entstellt erschienen, sah Hoffmann sich 1679 veranlasst, selbst eine Auswahl seiner Werke unter dem Titel: Deutsche Übersetzungen und Getichte für den Druck vorzubereiten, deren Erscheinen er aber nicht mehr erlebte.

Rezeption [Bearbeiten]

Was nach seinem Tod in der autorisierten Ausgabe der Deutschen Übersetzungen und Getichte an die Öffentlichkeit kam, umfasste nur etwa die Hälfte seines Gesamtwerks und erschien in bereits bearbeiteter Form. Dennoch begründete diese Ausgabe einen neuen Stil in der deutschen Literatur, die sogenannte „galante Epoche“. In einer postumen Lob-Rede des Breslauer Freundes Daniel Caspar von Lohensteins auf Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau wird dessen Dichtung als von Italien inspiriert gekennzeichnet und behauptet, dass Opitz eben dieses „Welsche“ von Hoffmann übernommen habe.[4]

Der Ruhm des Dichters erreichte einen Höhepunkt, als Benjamin Neukirch im Jahre 1695 die erste große deutsche Anthologie unter dem Titel Herrn von Hoffmannswaldau und anderer Deutschen ... Gedichte veröffentlichte. Die Popularität seiner Dichtung führte auch dazu, dass ihm von Unbekannten verfasste laszive und obszöne Verse zugeschrieben wurden. So wurde aus dem viel gerühmten Hoffmann ein geschmähter Dichter. Unbestritten blieb aber die Bedeutung seiner Formkunst.

Werke (Auswahl) [Bearbeiten]
Hundert Grab-Schrifften, o. O. 1662
Spiel-ersinnliche Sterbens-Gedancken, 1663
Kuriose Helden-Briefe und andre herrliche Gedicht, 1673
Der Getreue Schäffer (Übersetzung von Guarinis „Pastor Fido“), 1678
Deutsche Vbersetzungen vnd Getichte (u.a. sterbender Socrates, Helden-Briefe, Poetische Geschicht, Hochzeit-, Vermischte Gedichte, Begräbnüß Gedichte, Geistliche Oden, Poetische Grabschriften), 1679–1727
Benjamin Neukirch (Hrsg.): Herrn von Hoffmannswaldau und anderer Deutschen auserlesener und bißher ungedruckter Gedichte. Fritsch: Leipzig 1695ff.; - (neu hg. v. A. George de Carpua und E. A. Phillipson, Tübingen 1961.)
Redeübungen. Nebst beigefügten Lobschriften vornehmer Standespersonen, 1702






Johann Christian Günther
(
* 8. April 1695 in Striegau, † 15. März 1723 in Jena) war ein deutscher Lyriker.Inhaltsverzeichnis [Verbergen]

Leben [Bearbeiten]
Der Sohn eines Arztes besuchte 1710 bis 1715 das Gymnasium in Schweidnitz, wo sein Jugenddrama „Die von Theodosio bereute Eifersucht“ aufgeführt wurde. Er verlobte sich mit Magdalena Eleonore Jachmann, der „Leonore“ seiner späteren Gedichte.

1715 nahm er, dem Wunsch des Vaters folgend, ein Medizinstudium in Wittenberg auf. Es kam zum Zerwürfnis mit dem Vater, da dieser seine Absicht, seinen Lebensunterhalt als Dichter zu bestreiten strikt ablehnte. 1716 ließ sich Günther zum Poeta laureatus Caesareus krönen. Infolge der damit verbundenen finanziellen Aufwendungen landete er 1717 im Schuldgefängnis.

Im gleichen Jahr ging er nach Leipzig, wo er sich an der Universität einschrieb. Er wurde von dem Schriftsteller und Historiker Johann Burckhardt Mencke gefördert, der von seiner bedeutenden Begabung überzeugt war, dem es aber 1719 nicht gelang, ihm eine Stelle als Hofdichter Augusts des Starken in Dresden zu beschaffen. Ein Versuch, sich 1720 als Arzt in Kreuzburg niederzulassen misslang, ebenso die Bemühung um eine Aussöhnung mit dem Vater. In der Folge lebte Johann Christian Günther als Gast bei den Familien verschiedener Studienfreunde. Er kehrte 1723, bereits krank, nach Jena zurück, wo er siebenundzwanzigjährig an Tuberkulose starb.

Bedeutung [Bearbeiten]
Günther gilt als bedeutendster deutscher Lyriker des frühen 18. Jahrhunderts. Formal dem Zeitalter des Barocks zuzuordnen, ist er wegen der starken inneren Bewegtheit und ausgesprochener individueller Prägung seiner Literatur als Vorläufer des Sturm und Drang zu bezeichnen.

Berühmt zu seiner Zeit wurde er durch seine „Ode auf den Frieden von Passarowitz“ von 1718. Erst ein Jahr nach seinem Tod erschienen „Johann Christian Günthers aus Schlesien, Theils noch niegedruckte, theils schon herausgegebene, Deutsche und Lateinische Gedichte“, die seinen Nachruhm begründeten. Die erste Gesamtausgabe seiner Werke von 1742 erlebte sechs Auflagen, W. Krämer brachte 1930-36 eine historisch-kritische Gesamtausgabe heraus. Goethe urteilte in seinem Werk „Dichtung und Wahrheit“: „Ein entschiedenes Talent, begabt mit Sinnlichkeit, Einbildungskraft, Gedächtnis, Gabe des Fassens und Vergegenwärtigens, fruchtbar im höchsten Grade, rhythmisch bequem, geistreich, witzig und dabei vielfach unterrichtet.“

Die Encylopaedia Britannica nennt Günther „one of the most important German lyric poets of the period between the Middle Ages and the early Goethe.“

Werke [Bearbeiten]
Sämtliche Werke. Historisch-kritische Gesamtausgabe, hrsg. Wilhelm Krämer. Leipzig, Darmstadt u. Stuttgart 1930 ff. (= Bibliothek des Literarischen Vereins Stuttgart)



Friedrich Gottlieb Klopstock (* 2. Juli 1724 in Quedlinburg; † 14. März 1803 in Hamburg) war ein deutscher Dichter.Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]
Friedrich Gottlieb Klopstock wurde am 2. Juli 1724 als ältestes von siebzehn Kindern in Quedlinburg geboren. Sein Vater, Gottlieb Heinrich, der Sohn eines Rechtsanwalts, war fürstlich Mansfeldischer Kommissionsrat und hatte die Herrschaft Friedeburg in der Grafschaft Mansfeld gepachtet, sodass von 1732 bis zur Aufgabe der Pacht 1736 Friedrich Gottlieb hier seine Kindheit verlebte. Seine Mutter Anna Maria hatte einen Ratskämmerer und Großkaufmann aus Langensalza zum Vater. [1]

Nach dem Besuch des Quedlinburger Gymnasiums kam Friedrich Gottlieb Klopstock im Alter von 15 Jahren auf die Fürstenschule in Schulpforte, wo er eine gründliche humanistische Schulausbildung erhielt. Klopstock las die griechischen und lateinischen Klassiker: Homer, Pindar, Vergil und Horaz. Hier machte er außerdem die ersten eigenen dichterischen Versuche und verfasste einen ersten Plan zum Messias.

1745 begann er das Studium der Theologie in Jena und fasste dort auch die ersten drei Gesänge des Messias die er zunächst in Prosa anlegte. Nach der Übersiedlung nach Leipzig wurde im folgenden Jahr das Werk in Hexameter umgearbeitet. Das Erscheinen der ersten Teile 1748 in den Bremer Beiträgen erregte großes Aufsehen und wurde zum Vorbild der Messiaden-Literatur seiner Epoche. In Leipzig schuf Klopstock auch die ersten Oden. Nach beendetem Theologiestudium nahm er (nach der Sitte aller Theologiekandidaten) in Langensalza eine Hauslehrerstelle an. In den zwei Jahren seines Aufenthaltes in Langensalza erlebte Klopstock die leidenschaftliche Liebe zu dem Mädchen Maria-Sophia Schmidt, den Rausch der Hoffnung, die Enttäuschung und schließlich die Elegie der Entsagung. Das führte dazu, dass er in diesen zwei Jahren die schönsten seiner früheren Oden für die unnahbare Geliebte dichtete.

Die Veröffentlichung der Oden entfachte einen Begeisterungssturm unter den Gegnern der bis dahin vorherrschenden „vernünftigen“ Poetik Johann Christoph Gottscheds. Es war die Geburtsstunde der reinen Dichtung.

Das Grab Klopstocks an der Hamburger Christianskirche

Es wurden Kontakte zu Johann Jakob Bodmer geknüpft, der Klopstock nach Zürich einlud, wohin dieser 1750 reiste. Nach acht Monaten ging er auf Einladung des Königs Friedrich V. nach Dänemark. Durch Friedrichs Unterstützung konnte er sein Werk vollenden. Dieser gewährte ihm eine Lebensrente von jährlich 400 (später 800) Talern. Drei Jahre seines Lebens verbrachte er in Dänemark.

1754 heiratete Klopstock Margarete (Meta) Moller, die er in Hamburg kennenlernte. Sie starb jedoch vier Jahre später an den Folgen einer Entbindung. Dreißig Jahre hindurch konnte er sie nicht vergessen und besangt sie in seinen Elegien. Erst im hohen Alter (1791) heiratete er die Hamburgerin Johanna Elisabeth von Winthem, welche eine Nichte von Meta Moller war.

1759 bis 1762 lebte Klopstock in Quedlinburg, Braunschweig und Halberstadt, reiste dann nach Kopenhagen, wo er bis 1771 blieb und eine großen Einfluß auf das kulturelle Leben in Dänemark ausübte. Neben dem Messias, der endlich 1773 vollständig erschien, schrieb er Dramen, z. B. die Hermannsschlacht. Er wendete sich dann nach Hamburg. 1776 zog er auf Einladung des Markgrafen Karl Friedrich von Baden vorübergehend nach Karlsruhe. Nach seinem Tod 1803 nahmen mehrere Tausend Menschen an den Beisetzungsfeierlichkeiten in Altona-Ottensen teil. Für damalige Verhältnisse war dies eine unwahrscheinlich hohe Zahl, die deutlich seine Popularität widerspiegelt.

In Quedlinburg informiert ein Museum über den Dichter. 1831 wurde in der Parkanlage Brühl seiner Geburtsstadt ein auf eine Bürgerinitiative von 1824 zurückgehendes Denkmal von Schinkel und Tieck eingeweiht.

Werk [Bearbeiten]

Ideen und Motive [Bearbeiten]

Als ein Vater des deutschen Nationalstaatsgedankens war er ein Befürworter der Französischen Revolution, welche er in dem Gedicht von 1789 „Kennet euch selbst“ als „edelste Tat des Jahrhunderts“ bezeichnet und die Deutschen ebenfalls zur Revolution aufruft. 1792 nimmt ihn die französische Nationalversammlung als Ehrenbürger auf.[2] Später geißelte er jedoch die Auswüchse der Französischen Revolution in dem Gedicht „Die Jakobiner“ von 1793. Hier kritisiert er das Jakobinerregime, das aus der Französischen Revolution hervorgegangen war, als Schlange, die sich durch ganz Frankreich windet.

Klopstock Gelehrtenrepublik ist ein Konzept, das anstatt des als regierungsunfähig angesehenen Fürstentums eine gebildete Elite in die Macht einsetzt. Die Republik soll regiert werden von Aldermännern, Zünften und Volke, wobei den ersteren – als den gelehrtesten – die größten Befugnisse zukommen, Zünften und Volk entsprechend weniger. Der „Pöbel“ hingegen bekommt höchstens einen Schreier auf dem Landtage, denn Klopstock traute dem Volk keine Souveränität zu, was er auch in dem Gedicht von 1775 Fürstenlob zum Ausdruck bringt. Bildung ist in dieser Republik das höchste Gut und qualifiziert ihren Träger zu höheren Ämtern. Entsprechend dem gelehrsamen Umgang geht es in dieser Republik äußerst pazifistisch zu: als Strafen zwischen den Gelehrten veranschlagt Klopstock Naserümpfen, Hohngelächter und Stirnrunzeln. Dies stellte besondere Erfordernisse an die Vollstrecker:

„Wer ihrer einer werden will, muß hauptsächlich zwey Eigenschaften haben, nämlich eine grosse Geschiklichkeit, sich sehr ausdrückend zu gebehrden; und dann ein gar besondres Larvengesicht, wobey vornämlich die Grösse und Gestalt der Nase mit in Betrachtung kommen. Der Hohnlacher muß ausser diesem (er kriegt aber auch mehr verewigte Maculatur zur Besoldung als die andern) eine sehr starke, und zugleich rauhe Stimme haben. Man pflegt wol den Schreyer von der Landesverweisung loszusprechen, und ihn zum Hohnlacher zu erheben, wenn seine Nase die erforderlichen Eigenschaften zu dieser Verrichtung hat.“

Klopstocks Himmelsvorstellung, geprägt durch die wissenschaftlichen Leistungen Kopernikus' und Keplers, sind nicht die eines in sich ruhenden antiken Himmels, dessen Gestirne Götter und Heroen sind. Seine Himmelssphäre ist vielmehr eine Weltharmonie, ein Rhythmus und Symmetrie der Sphären. So heißt es im ersten Gesang des Messias:

„Mitten in dieser Versammlung der Sonnen erhebt sich der Himmel,
Rund, unermeßlich, das Urbild der Welten, die Fülle
Aller sichtbaren Schönheit, die sich, gleich flüchtigen Bächen,
Um ihn, durch den unendlichen Raum nachahmend, ergiesset.
Also dreht er sich, unter dem Ewigen, um sich selber.

Indem er wandelt, ertönen von ihm, auf Flügeln der Winde,
An die Gestade der Sonnen die sphärischen Harmonien
Hoch hinüber. Die Lieder der göttlichen Harfenspieler
Schallen mit Macht, wie beseelend, darein. Dieß vereinbarte Tönen
Führt vorm unsterblichen Hörer manch hohes Loblied vorüber.“

Goethe wird dieses Bild im Faust wieder aufgreifen. Der „Prolog im Himmel“ beginnt:

„Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang
Und ihre Vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.“

Bedeutung und Rezeption [Bearbeiten]

Klopstock, Schabkunstblatt von J.E.Haid

Klopstock gab der deutschen Sprache neue Impulse und kann als Wegbereiter für die ihm folgende Generatrion angesehen werden. Er war der erste der mit seinem Messias Hexameter in der deutschen Dichtung verwendete und seine Auseinandersetzung mit dem „deutschen Hexameter“, wie er es nannte, führten ihn zu seiner Lehre vom Wortfuß. Dies bereitete den Weg für freie Rhythmen, wie sie dann beispielsweise Goethe und Hölderlin nutzten. Klopstock kämpfte außerdem gegen den strengen Gebrauch des Reims nach Opitzscher Schule. Er verschaffte dem Dichterberuf neue Würde, indem er die künstlerische Autonomie des Dichters vorlebte und befreite so die Dichtung aus den didaktischen Lehrgedichten der Versifikateure.

Klopstock gilt als Begründer der Erlebnisdichtung und des deutschen Irrationalismus. Sein Wirken erstreckte sich über große Teile der Epoche der Aufklärung, speziell der Empfindsamkeit. Des weiteren gilt Klopstock als ein bedeutender Wegbereiter für die Epoche des Sturm und Drang. Im Werther zeigt sich Klopstocks Wirkung auf Goethe:

Wir traten an's Fenster, es donnerte abseitwärts und der herrliche Regen säuselte auf das Land, und der erquikkendste Wohlgeruch stieg in aller Fülle einer warmen Luft zu uns auf. Sie stand auf ihrem Ellenbogen gestüzt und ihr Blik durchdrang die Gegend, sie sah gen Himmel und auf mich, ich sah ihr Auge thränenvoll, sie legte ihre Hand auf die meinige und sagte - Klopstock! Ich versank in dem Strome von Empfindungen, den sie in dieser Loosung über mich ausgoß. Ich ertrugs nicht, neigte mich auf ihre Hand und küßte sie unter den wonnevollesten Thränen. Und sah nach ihrem Auge wieder - Edler! hättest du deine Vergötterung in diesem Blicke gesehn, und ich möcht nun deinen so oft entweihten Nahmen nie wieder nennen hören. (Goethe, Werther, Fassung A)

Trotz alledem registriert der junge Lessing:

„Wer wird nicht einen Klopstock loben?
Doch wird ihn jeder lesen? – Nein!
Wir wollen weniger erhoben
und fleißiger gelesen sein.“

– Lessing: 1752

Klopstock-Büste in Walhalla

Lessing bringt auf den Punkt, was Klopstocks Werk widerfuhr: zwar wurde ihm große gesellschaftliche Anerkennung zu Teil, aber das wirkliche literarische Interesse an seinem Werk bliebt hinter dieser zurück.

Auch auf Komponisten und Musiker wie Gluck und Schubart machte Klopstock eindruck. Schubart konnte große Teile des Messias auswendig und einmal als er auf dem Rhein fuhr – er hatte den Messias auf einem Brett, daß er über den Kahn gelegt hatte – begeisterte ihn eine Stelle so sehr, daß er auffuhr und Brett und Buch in den Rhein flogen: „Wie angedonnert stand ich da und sah bleich und starräugig meiner lieben Messiade nach, die wie eine geschossene Ente auf dem Wasser fluderte und untersank.“

Verzeichnis der Werke [Bearbeiten]

Klopstock. Stahlstich um 1760.
Declamatio, qua poetas epopoeiae auctores recenset F. G. Klopstockius (Abiturrede, 1745)
Messias, Gesänge I - III (1748)
Oden von Klopstock (1750)
Messias, Gesänge I -V (1751)
Nachricht von des Messias neuer correcter Ausgabe (1753)
Von der heiligen Poesie (1754/55)
Von der Nachahmung des griechischen Sylbenmasses im Deutschen (1754/55)
Messias, Gesänge I - V (1755)
Messias, Gesänge VI - X (1756)
Der Tod Adams, ein Trauerspiel (1757)
Eine Betrachtung über Julian den Abtrünnigen (1758)
Von der besten Art über Gott zu denken (1758)
Geistliche Lieder (1758)
Die ihr Christi Jünger seid
Herr, du wollst uns vorbereiten
Begrabt den Leib in seine Gruft
Von der Sprache der Poesie (1758)
Von der Bescheidenheit (1758)
Von dem Fehler andre nach sich zu beurtheilen (1758)
Von dem Range der schönen Künste und der schönen Wissenschaften (1758)
Von dem Publico (1758)
Von der Freundschaft (1759)
Gedanken über die Natur der Poesie (1759)
Gespräch von der wahren Hoheit der Seele (1759)
Salomo, ein Trauerspiel (Tragödie, 1764)
Fragmente aus dem XXten Gesang des Messias als Manuscript für Freunde (1764/66)

Titel-Vignette von
Daniel Nikolaus Chodowiecki
zur ungarischen Übersetzung
von Klopstock's »Messias«
Vom deutschen Hexameter (1767)
Titel-Vignette von
Daniel Nikolaus Chodowiecki
zur ungarischen Übersetzung
von Klopstock's »Messias«
Messias, Gesänge XI - XV (1768)
Hermanns Schlacht. Ein Bardiet für die Schaubühne (1769)
Oden und Elegien (Darmstadt, 1771)
Oden (Hamburg, 1771)
David, ein Trauerspiel (Tragödie, 1772)
Aus einer Abhandlung zum Sylbenmaaße (1773)
Vom gleichen Verse (1773)
Messias, Gesänge XVI - XX (1773)
Die deutsche Gelehrtenrepublik: Ihre Einrichtung, ihre Geseze … (1774)
Oden und Lieder beym Clavier zu Singen (vertont von Christoph Willibald Gluck, 1776)
Ueber di deütsche Rechtschreibung (1778)
Von der Schreibung des Ungehörten (1779)
Ueber Sprache und Dichtkunst: Fon einer lateinischen Uebersetzung des Messias. Zäntes Fragment (1779)
Messias, Gesänge I - XX (1780/81)
Hermann und die Fürsten. Ein Bardiet für die Schaubühne (1784)
Hermanns Tod. Ein Bardiet für die Schaubühne (1787)
Oden zur Französischen Revolution (1790-99)
Grammatische Gespräche (1794)
Übersetzungen
Briefe




Gotthold Ephraim Lessing (* 22. Januar 1729 in Kamenz (Sachsen); † 15. Februar 1781 in Braunschweig) war der wichtigste deutsche Dichter der Aufklärung. Mit seinen Dramen und seinen theoretischen Schriften hat er die weitere Entwicklung der deutschen Literatur wesentlich beeinflusst.Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
Leben
Lessing wuchs als zweitältester[1] Sohn von zwölf Kindern des protestantischen Pfarrers und Verfassers theologischer Werke Johann Gottfried Lessing (1693-1770) und Justine Salome Feller (1703-1777) in der ostsächsischen Kleinstadt Kamenz auf. Nach dem Besuch der städtischen Lateinschule in Kamenz seit 1737 und dem Wechsel an die Fürstenschule St. Afra in Meißen am 22. Juni 1741, für die er ein Stipendium bekommen hatte, studierte er ab dem 20. September 1746 in Leipzig Theologie und Medizin. 1748 brach er sein Studium ab. Im November zog er nach Berlin und begegnete dort 1750 Voltaire.
Von 1751 bis 1753 arbeitete Lessing für die Berlinische Privilegierten Zeitung, die spätere Vossische Zeitung, als Rezensent und Redakteur.
Am 29. April 1752 erlangte er in Wittenberg die Magisterwürde.
Als Lessing im November 1752 nach Berlin zurückkehrte, machte er Bekanntschaft mit Karl Wilhelm Ramler, Friedrich Nicolai, Ewald Christian von Kleist, Johann Georg Sulzer und schloss Freundschaft mit Moses Mendelssohn. Im Oktober 1755 kehrte er nach Leipzig zurück. Im folgenden Jahr begann er eine auf mehrere Jahre angelegte Bildungsreise durch die Niederlande, England und Frankreich als Begleiter von Johann Gottfried Winkler, die er jedoch wegen des Siebenjährigen Krieges bereits in Amsterdam abbrechen musste. Im selben Jahr begegnete er dann Johann Wilhelm Gleim, Friedrich Gottlieb Klopstock und Conrad Ekhof.
1758 zog Lessing erneut nach Berlin, wo er mit Friedrich Nicolai und Moses Mendelssohn zusammen die Briefe, die neuste Literatur betreffend veröffentlichte.

Lessinghaus Wolfenbüttel
Von 1760 bis 1765 war er in Breslau als Sekretär beim General Tauentzien beschäftigt. 1765 kehrte er zurück nach Berlin, um dann 1767 für drei Jahre als Dramaturg und Berater an das Hamburger Nationaltheater zu gehen, welches aber bereits 1769 aus finanziellen Gründen wieder geschlossen wurde. In dem Theater wurde Lessings Stück Minna von Barnhelm aufgeführt. Während seiner Tätigkeit am Hamburger Theater machte er unter anderem Bekanntschaft mit Friedrich Ludwig Schröder, Philipp Emanuel Bach, Johann Melchior Goeze, Johann Friedrich Löwen und den Familien Reimarus und König. Dabei lernte er seine spätere Frau Eva König kennen, deren Mann Engelbert König zu diesem Zeitpunkt noch lebte. Im selben Jahr wurde er zum auswärtigen Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften gewählt.

In Wolfenbüttel wurde er am 7. Mai 1770 Bibliothekar in der Herzog August Bibliothek. Dort entdeckte er das hochmittelalterliche Werk Schedula diversarum artium des Theophilus Presbyter, das er 1774 unter dem Titel Vom Alter der Ölmalerey aus dem Theophilus Presbyter herausgab.

Lessings Grab auf dem Magni-Friedhof in Braunschweig

Am 14. Oktober 1771 wurde Lessing in die Freimaurerloge Zu den drei Rosen in Hamburg aufgenommen, in einer abgewandelten Zeremonie in der Wohnung des Logenmeisters von Rosenberg, und in alle drei Grade eingeführt. Er war zwar bis 1780 Mitglied, besuchte die Loge aber nie wieder. Er schätzte die Freimaurerei hoch, wie an seinem 1778 und 1780 erschienenen Werk Ernst und Falk zu sehen, nicht aber die reale Freimaurerei, wie sie sich damals zeigte.[2]

1771 verlobte er sich mit der 1768 verwitweten Eva König. 1775 wurde seine Arbeit in der Bibliothek unterbrochen durch mehrere Reisen zu Eva Königs jeweiligen Aufenthaltsort, nach Wien über Leipzig, Berlin, Dresden und Prag und einer Audienz bei Kaiser Joseph II. Als Begleiter des Braunschweiger Prinzen Leopold reiste er nach Italien mit Aufenthalten in Mailand, Venedig, Florenz, Genua, Turin, Rom, Neapel und auf Korsika.

Am 8. Oktober 1776 heirateten er und Eva König in Jork bei Hamburg. Am Weihnachtsabend 1777 gebar sie einen Sohn (Traugott), der aber am folgenden Tag starb. Am 10. Januar 1778 starb auch Eva Lessing an Kindbettfieber.

1779 verschlechterte sich Lessings Gesundheitszustand. Am 15. Februar 1781 starb Lessing an einem Schlaganfall bei einem Besuch in Braunschweig im Hause des Weinhändlers Angott nach vierzehntägiger Krankheit. Er wurde auf dem Braunschweiger Magnifriedhof beigesetzt. Sein Grab wurde 1833 von dem Braunschweiger Privatgelehrten Carl Schiller wiederaufgefunden.

Wirken

Beispiel einer Werkausgabe des Dichters

Lessing war ein vielseitig interessierter Dichter, Denker und Kritiker. Als führender Vertreter der deutschen Aufklärung wurde er zum Vordenker für das neue Selbstbewusstsein des Bürgertums. Seine theoretischen und kritischen Schriften zeichnen sich aus durch einen oft witzig-ironischen Stil und treffsichere Polemik. Das Stilmittel des Dialogs kam dabei seiner Intention entgegen, eine Sache stets von mehreren Seiten zu betrachten und auch in den Argumenten seines Gegenübers nach Spuren der Wahrheit zu suchen. Diese erschien ihm dabei nie als etwas Festes, das man besitzen konnte, sondern stets als ein Prozess des sich Annäherns.

Schon früh interessierte er sich für das Theater. In seinen theoretischen und kritischen Schriften zu diesem Thema, wie auch in seinen eigenen Arbeiten als Autor, versuchte er beizutragen zur Entwicklung eines neuen bürgerlichen Theaters in Deutschland. Er wandte sich dabei gegen die herrschende Literaturtheorie Gottscheds und seiner Schüler. Insbesondere kritisierte er die bloße Nachahmung des französischen Vorbilds und plädierte für eine Rückbesinnung auf die klassischen Grundsätze von Aristoteles, insbesondere mit der Einführung der Katharsis in seinen Tragödien (siehe auch: Poetik); sowie für die Anlehnung an die Werke Shakespeares. Lessing war es, der die Shakespeare-Rezeption in Deutschland überhaupt begründete. Er arbeitete mit mehreren Theatergruppen zusammen (z.B. mit Friederike Caroline Neuber).

Seine eigenen Arbeiten erscheinen uns heute wie die Prototypen für das sich später entwickelnde bürgerliche deutsche Drama. Miss Sara Sampson und Emilia Galotti gelten als erste bürgerliche Trauerspiele, Minna von Barnhelm als Vorbild für viele klassische deutsche Lustspiele, Nathan der Weise als erstes weltanschauliches Ideendrama. Seine theoretischen Schriften Laokoon und Hamburgische Dramaturgie setzten Maßstäbe für die Diskussion ästhetischer und literaturtheoretischer Grundsätze.

In seinen religionsphilosophischen Schriften verteidigte er die Gedankenfreiheit des gläubigen Christen. Er argumentierte gegen die Offenbarungsgläubigkeit und das Festhalten am „Buchstaben“ der Bibel durch die herrschende orthodoxe Lehrmeinung. Dem gegenüber vertraute er als Kind der Aufklärung auf ein „Christentum der Vernunft“, das sich am Geist der Religion orientierte. Er glaubte, dass die menschliche Vernunft (angestoßen durch Kritik und Widerspruch) sich auch ohne die Hilfe einer göttlichen Offenbarung entwickeln würde. Um eine öffentliche Diskussion gegen die orthodoxe „Buchstabenhörigkeit“ anzuregen, veröffentlichte er 1774-1778 sieben Fragmente eines Ungenannten, was zum so genannten Fragmentenstreit führte. Sein Hauptgegner in diesem Streit war der Hamburger Hauptpastor Johann Melchior Goeze, gegen den Lessing unter anderem als Anti-Goeze benannte Schriften von Hermann Samuel Reimarus herausgab.[3]

Außerdem trat er in den zahlreichen Auseinandersetzungen mit den Vertretern der herrschenden Lehrmeinung, (z.B. in den Anti-Goeze), für Toleranz gegenüber den anderen Weltreligionen ein. Diese Haltung setzte er auch dramatisch um (im Nathan der Weise), als ihm weitere theoretische Veröffentlichungen verboten wurden. In der Schrift Die Erziehung des Menschengeschlechts legte er seine Position zusammenhängend dar.

Der Gedanke der Freiheit (für das Theater gegenüber der Dominanz des französischen Vorbilds; für die Religion vom Dogma der Kirche) zieht sich wie ein roter Faden durch sein ganzes Leben. Folgerichtig setzte er sich auch für eine Befreiung des aufstrebenden Bürgertums von der Bevormundung durch den Adel ein. In seiner eigenen schriftstellerischen Existenz bemühte er sich ebenfalls stets um Unabhängigkeit. Sein Ideal eines Lebens als freier Schriftsteller ließ sich jedoch nur schwer gegen die ökonomischen Zwänge durchsetzen. So scheiterte in Hamburg das Projekt „Deutsches Museum“, das er 1768 mit Johann Christoph Bode durchzuführen versuchte.

Werke (Auswahl)

Teil der Skulptur „Der moderne Buchdruck“ beim Berliner Walk of Ideas zur Erinnerung an Gutenbergs Erfindung
Gedichte
Lieder [Ausgabe 1771]
Oden [Ausgabe 1771]
Sinngedichte [Ausgabe 1771]
Sinngedichte [Nachlese]
Fabeln
Fabeln und Erzählungen [Ausgabe 1771]
Fabeln. Drei Bücher [Ausgabe 1759]
Fabeln [Nachlese]
Dramen
Damon, oder die wahre Freundschaft
Der junge Gelehrte
Die alte Jungfer
Der Misogyn
Der Freigeist
Die Juden
Der Schatz
Miß Sara Sampson
Philotas
Minna von Barnhelm
Emilia Galotti
Nathan der Weise
Dramenfragmente
Samuel Henzi
D. Faust
Ästhetische Schriften
Rezensionen
Briefe
Vorreden
Des Herrn von Voltaire Kleinere historische Schriften
G. E. Lessings Schriften. Erster Teil
G. E. Lessings Schriften. Dritter Teil
Gotth. Ephr. Lessings Theatralische Bibliothek
Vermischte Schriften des Hrn. Christlob Mylius
Gleim, Preußische Kriegslieder
Friedrichs von Logau Sinngedichte
Das Theater des Herrn Diderot
Abhandlungen von dem weinerlichen oder rührenden Lustspiele
Betrachtungen über das weinerlich Komische
Des Hrn. Prof. Gellerts Abhandlung für das rührende Lustspiel
Über das Lustspiel »Die Juden«
Ein Vade mecum für den Hrn. Sam Gotthl. Lange. Pastor in Laublingen
Rettungen des Horaz
Briefwechsel über das Trauerspiel
Abhandlungen [über die Fabel]
Briefe, die neueste Literatur betreffend
Laokoon
Hamburgische Dramaturgie
Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können ...
Wie die Alten den Tod gebildet
Leben und leben lassen
Selbstbetrachtungen und Einfälle
Theologiekritische und philosophische Schriften
Gedanken über die Herrnhuter
Das Christentum der Vernunft
Pope ein Metaphysiker!
Über die Entstehung der geoffenbarten Religion
Über die Wirklichkeit der Dinge außer Gott
Durch Spinoza ist Leibniz nur ...
Eine Parabel
Anti-Goeze
Ernst und Falk
Daß mehr als fünf Sinne für den Menschen sein können
Gespräche über die Soldaten und Mönche
Die Religion Christi
Die Erziehung des Menschengeschlechts
[F. H. Jacobi über seine Gespräche mit Lessing]

Neuere Ausgaben:
Die Ehre hat mich nie gesucht. Gedichte, Briefe, kritische Schriften, Stücke. Märkischer Dichtergarten. Hrsg. von Gerhard Wolf. Berlin 1985



Johann Christian Friedrich Hölderlin
(* 20. März 1770 in Lauffen am Neckar; † 7. Juni 1843 in Tübingen) zählt zu den bedeutendsten deutschen Lyrikern. Sein Werk nimmt in der deutschen Literatur um 1800 eine selbständige Stellung neben Klassik und Romantik ein.

Leben [Bearbeiten]
Jugend [Bearbeiten]
Hölderlin wurde 1770 in Lauffen am Neckar als Sohn eines Klosterpflegers und einer Pastorentochter geboren. Im Alter von zwei Jahren verlor er seinen Vater; sieben Jahre später starb auch der zweite Mann seiner Mutter. Die Mutter konnte sich nichts anderes vorstellen, als dass ihr ältester Sohn evangelischer Pfarrer würde. Deshalb besuchte Hölderlin die Lateinschule in Nürtingen und dann die evangelischen Klosterschulen (Gymnasien) in Denkendorf (Württemberg) und Maulbronn.
Während des Studiums an der Universität Tübingen, als Stipendiat im Tübinger Stift, schloss er mit den zukünftigen Philosophen Hegel und Schelling Freundschaft. Alle drei beeinflussten einander, und man hat gezeigt, dass Hölderlin wahrscheinlich die Aufmerksamkeit Hegels auf Heraklits Ideen über die Einheit der Gegensätze lenkte, die der Philosoph zu seinem System der Dialektik entwickeln sollte.

Als Hauslehrer [Bearbeiten]
Aufgrund der begrenzten Mittel der Familie und seiner eingeschränkten Neigung zu einer kirchlichen Laufbahn war Hölderlin zunächst als Hauslehrer für Kinder wohlhabender Familien tätig. So wurde er 1793/94 Hauslehrer bei Charlotte von Kalb in Waltershausen im Grabfeld. Nach Forschungen u.a. von Adolf Beck und Ursula Brauer soll er zusammen mit Wilhelmine Kirms, einer Angestellten Charlotte von Kalbs, ein uneheliches Kind gehabt haben. 1794 besuchte er die Universität Jena, um dort Fichtes Vorlesungen zu hören; er lernte während dieses Aufenthaltes Goethe, Schiller und Fichte kennen. Auch soll er die Bekanntschaft Friedrich von Hardenbergs gemacht haben. Im Mai 1794 lernte Hölderlin in Jena Isaac von Sinclair kennen. Sie bewohnten ab April 1795 ein Gartenhäuschen in Jena. Im Juni 1795 verließ er die Universitätsstadt fluchtartig und kehrte nach Nürtingen zurück.

Stammbucheintrag Hölderlins im Stammbuch des Studenten Johann Camerer, Jena, März 1795
1796 wurde er Hauslehrer der Kinder von Jakob Gontard, einem Frankfurter Bankier. Hier begegnete er dessen Frau Susette, die seine große Liebe werden sollte. Susette Gontard ist das Modell für die Diotima seines Briefromans Hyperion.
Als Gontard von der Liebe seiner Frau zu dem Erzieher ihres Sohnes erfuhr, musste Hölderlin seine Tätigkeit im Haus des Bankiers beenden und flüchtete nach Homburg zu seinem Studienfreund Isaac von Sinclair. Hölderlin befand sich in einer schwierigen finanziellen Situation (selbst als gelegentlich einige seiner Gedichte mit Hilfe seines Gönners Schiller veröffentlicht wurden) und war auf die materielle Unterstützung seiner Mutter angewiesen. Schon damals wurde bei ihm das Leiden an einer schweren »Hypochondrie« festgestellt, ein Zustand, der sich nach seinem letzten Treffen mit Susette Gontard 1800 verschlechtern sollte.
Im Januar 1801 begab er sich in die Schweiz nach Hauptwil, um die jüngere Schwester von Kaufmann Emanuel von Gonzenbach zu unterrichten. Er blieb drei Monate dort, ehe ihm gekündigt wurde und er die Heimreise antreten musste.
Anfang 1802 fand er eine Tätigkeit als Hauslehrer der Kinder des Hamburger Konsuls und Weinhändlers Meyer in Bordeaux (Frankreich) und reiste zu Fuß dorthin. Nach wenigen Monaten jedoch kehrte er aus ungeklärten Gründen zurück nach Württemberg. Gemäß dem Eintrag in seinem Pass überquerte er am 7. Juni 1802 die Rheinbrücke bei Kehl, erreichte Stuttgart aber erst Ende des Monats und in offenbar so verwahrlostem und verwirrtem Zustand, dass Freunde ihn zunächst kaum wiedererkannten. Spätestens hier erreicht ihn auch die Nachricht vom Tod Susettes, die kurz zuvor in Frankfurt an den Röteln verstorben war. Die Ereignisse in diesem Juni 1802 sind historisch unklar und Gegenstand divergierender Interpretationen (so von Adolf Beck, Pierre Bertaux und D.E Sattler).
Hölderlin kehrte zurück zur Mutter nach Nürtingen, stürzte sich in Arbeit, übersetzte Sophokles und Pindar, nach dessen Vorbild er auch seine eigenen Gesänge (oder Hymnen) konzipierte. Sein Freund, der Hessen-Homburger Regierungschef Sinclair, verschaffte ihm 1804 eine Stelle als Hofbibliothekar; das Gehalt zahlte Sinclair aus eigener Tasche. Für den Homburger Landgrafen Friedrich V. entstand u. a. der Gesang Patmos; eine Komposition »von überirdischem Maß« (Fried Lübbecke). Dieser war Teil eines großangelegten Zyklus' vaterländischer Gesänge (von D.E. Sattler an einer Stelle auch als hesperische Gesänge bezeichnet), von dem das berühmte Homburger Foliobuch zeugt (darin u. a. Entwürfe zu: Der Ister, Griechenland, Die Titanen, Kolomb, Mnemosyne). 1805 wurde mit seinen Nachtgesängen u. a. auch das berühmte kurze Gedicht Hälfte des Lebens veröffentlicht.

Wahnsinn [Bearbeiten]
Im Februar 1805 wurde Sinclair auf Antrag des Kurfürsten Friedrich II. von Württemberg verhaftet und ein Hochverratsprozess gegen ihn angestrengt, der ergebnislos verlief. Die Ermittlungen gegen den angeblich darin verwickelten »württembergischen Untertanen« Hölderlin wurden jedoch bald eingestellt, nachdem der Homburger Arzt und Hof-Apotheker Müller in einem Gutachten vom 9. April 1805 berichtet, Hölderlin sei zerrüttet, sein Wahnsinn in Raserei übergegangen. Dieser Bericht bewirkte, dass der Dichter nicht ausgeliefert wurde. Im August 1806 schrieb Sinclair an Hölderlins Mutter, er könne nun für seinen Freund nicht mehr sorgen. Am 11. September wurde Hölderlin zuerst unter dem Vorwand Bücher für die landgräfliche Bibliothek zu kaufen, dann schließlich mit Gewalt von Homburg nach Tübingen in das Johann Heinrich Ferdinand Autenrieth geleitete Universitätsklinikum geschafft. Spätestens ab jetzt galt Hölderlin als wahnsinnig; die genaue medizinische Bestimmung seiner geistigen »Verrückung« war lange Zeit äußerst umstritten, und diese Frage ist auch heute noch nicht geklärt. Die von Pierre Bertaux vertretene Auffassung, Hölderlin habe seinen Wahnsinn nur simuliert, wird heute weitgehend abgelehnt.

Hölderlinturm
1807 kam er zur Pflege in den Haushalt Ernst Zimmers, eines Tübinger Tischlers und Bewunderers des Hyperion. Unter dem Namen „Scardanelli“ schrieb er weiterhin eigentümlich formale Gedichte. In den folgenden 36 Jahren wohnte Hölderlin im Haus Zimmers in einer Turmstube oberhalb des Neckars (Hölderlinturm), versorgt von der Familie Zimmer bis zu seinem Tod 1843. Wilhelm Waiblinger, einem jungen Dichter und Bewunderer, ist nicht nur eine romantische Stilisierung des wahnsinnigen Hölderlin während dieser Zeit zu verdanken, sondern auch die Überlieferung des apokryphen, vielleicht den Gesängen zuzuordnenden Prosatextes In lieblicher Bläue. Als Wahnsinniger tritt Hölderlin auch in Eduard Mörikes Roman Maler Nolten auf; auch Mörike hatte den Dichter in Tübingen besucht. Es wird berichtet, Zimmer habe Aufzeichnungen Hölderlins aus diesen Jahren in großen Mengen vernichtet.

Werk Bearbeiten]
Hölderlin war Bewunderer der Französischen Revolution von 1789. Die vielkolportierte Anekdote, er habe in seiner Jugend am Tübinger Seminar zusammen mit Hegel, Schelling und anderen Mitgliedern eines »republikanischen Vereins« einen »Baum der Freiheit« errichtet, ist allerdings eine hartnäckige Legende, die 1965 von Dieter Henrich widerlegt wurde. Er war zunächst von Napoleon eingenommen, den er in einem seiner Gedichtentwürfe huldigte (gleichzeitig mit Ludwig van Beethoven, welcher die Eroica ursprünglich dem korsischen General widmete).
Hölderlins Verständnis der altgriechischen Kultur, wie es sich aus seinen Anmerkungen zu den späten Übersetzungen des Sophokles erschließen lässt, unterscheidet sich in signifikanter Weise von dem idealistischen Griechenlandbild seiner Zeitgenossen. Erst im 20. Jahrhundert wurde verstanden, dass Hölderlin es war, der zuerst die unklassischen Züge der griechischen Kultur erkannt hat. Für Hölderlin waren die griechischen Götter keine Götterplastiken im ästhetisierenden Verständnis des Klassizismus, sondern lebendig und real anwesend, auf wunderbare Weise Leben schaffend und schrecklich zugleich. Bereits in seinem frühen Roman neigte Hölderlin der griechischen Idee des tragischen Schicksals zu, das er in der letzten Strophe von Hyperions Schicksalslied ausdrückte.
Die großen Gedichte aus Hölderlins reifer Phase waren im Allgemeinen ausgedehnt und z. T. in freien Rhythmen. Zusammen mit diesen langen Hymnen, Oden und Elegien – darunter Der Archipelagus, Brot und Wein und Patmos


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Tak to jest, jak cz³owiek leniwy i mu siê logowaæ nie chce - Dorota dopiero teraz odczyta³am twoj± wiadomo¶æ. Wrzuce o co prosi³a¶ byæ mo¿e jeszcze komu¶ to pomo¿e



Wilhelm Tell ist das letzte Drama von Friedrich Schiller. Er schloss es 1804 ab.

Handlung

1 Aufzug: (Szene 1) Mitten in der Schweiz, am hohen Felsenufer des Vierwaldstättersees. Das Eingangslied gibt implizit einen Schlüssel zu Tells Charakter. Ein Hirte, ein Jäger und ein Fischer erörtern ein aufziehendes Unwetter, als ein Flüchtling erscheint: Konrad Baumgarten. Habsburgische Söldner verfolgen ihn, weil er Wolfenschießen, den Burgvogt von Unterwalden, erschlagen hat – der hatte ihm die Frau schänden wollen. Wilhelm Tell tritt hinzu, und alle bestürmen den Fischer, den Flüchtling über den See zu rudern, doch der kennt den Föhnsturm und weigert sich. Nun wagt es Tell, mit Erfolg. Zur Vergeltung verheeren die eintreffenden Verfolger Hütten und Herden. (Szene 2) In Schwyz bewegt die Großbäuerin Gertrud Stauffacher ihren Mann, sich mit anderen zusammenzutun und der habsburgischen Tyrannei entgegen zu treten. (Szene 3) In Uris Hauptort Altdorf leisten Bauern und Handwerker Frondienst: Eine habsburgische Zwingburg soll zur Beendung der alten Reichsfreiheit der Innerschweizer Orte errichtet werden. Der Hut des Vogtes Hermann Gessler wird auf die Stange gesteckt, den alle grüßen müssen. (Szene 4) Der Schwyzer Werner Stauffacher, der junge Unterwaldner Arnold von Melchthal, geflüchteter Sohn eines willkürlich beraubten Bauern, und der greise Urner Walter Fürst verbünden sich zu einem Aufstand.

2. Aufzug. (Szene 1) zeigt die Uneinigkeit des eingesessenen Adels: Der bejahrte Freiherr von Attinghausen äußert Verständnis für den Unmut im Volk, sein junger Neffe Ulrich von Rudenz hingegen ergreift Partei für die Sache Habsburgs: „Nein Oheim! Wohltat ist’s und weise Vorsicht | in diesen Zeiten der Parteiung | sich anzuschließen an ein mächtig Haupt.“ (Szene 2) Eine Kernszene des Schauspiels: Verschworene aus Uri, Schwyz und Unterwalden versammeln sich im Mondlicht auf dem Rütli, unter ihnen Fürst, Stauffacher und Melchthal, nicht jedoch Tell. Unter der Leitung des Altlandammans Itel Reding bilden sie eine Landsgemeinde und begründen die Eidgenossenschaft – sozusagen die erste kontinentaleuropäische verfassunggebende Versammlung. Sie beschließen die Vertreibung der habsburgischen Besatzungsmacht und stimmen über Einzelheiten des Planes ab.

3. Aufzug. (Szene 1) beginnt auf Tells Hof, charakteristischerweise repariert er seine Pforte selbst (Die Axt im Haus erspart den Zimmermann). Er bricht mit seinem älteren Sohn nach Altdorf auf – vergebens versucht seine Gattin Hedwig, ihn zurück zu halten, da sie Schlimmes ahnt. (Szene 2) Das Ritterfräulein Berta von Brunek gewinnt während einer Hofjagd Ulrich von Rudenz für die eidgenössische Sache. (Szene 3, dramatischer Höhepunkt): Tell grüßt den vom Landvogt Hermann Gessler aufgesteckten Hut nicht und wird von dessen Bütteln verhaftet. Gessler selbst tritt auf und zwingt ihn, vom Kopf des eigenen Kindes zur Rettung beider Leben und für seine Freilassung einen Apfel zu schießen. Tell entnimmt seinem Köcher zwei Pfeile und trifft den Apfel. Der Frage des Vogtes, wozu der andere Pfeil bestimmt gewesen sei, weicht er zunächst aus. Gessler sichert ihm das Leben zu, was immer er antworte. Darauf sagt ihm Tell ins Gesicht, der zweite Pfeil sei für ihn gewesen, hätte er seinen Sohn getroffen. Gessler windet sich aus seiner Zusage hinaus und lässt ihn fesseln, um ihn einzukerkern.

4. Aufzug. (Szene 1): Tell konnte seinen Häschern wegen eines Seesturms entkommen. Er lässt sich von einem Fischerknaben einen heimlichen Weg nach Küssnacht zeigen und tut dessen Vater kund, man werde noch von ihm hören. (Szene 2) Der sterbende Attinghausen spricht im Kreis seines Gesindes und seiner Freunde aus, die Sonderstellung des Blutadels sei zuende: „Der Adel steigt von seinen alten Burgen | Und schwört den Städten seinen Bürgereid“; seine letzten Worte sind: „Seid einig – einig – einig“. Sein Neffe Rudenz tritt dem eidgenössischen Bund bei. (Szene 3) In der hohlen Gasse bei Küssnacht lauert Tell Gessler auf. Sein Monolog gibt das ihm höchsteigene Motiv zu diesem schweren Entschluss: dem unnatürlichen, „teufelischen“ Treiben des Vogtes ein Ende zu setzen; sein Pfeil tötet ihn, als er gerade eine Bittstellerin überreiten will.

5. Aufzug. (Szene 1): Die Zwingburg in Altdorf wird geschleift, gemeinsam erretten der Adelige Rudenz und der Bauernsohn Melchtal Berta aus dem Verlies. Dann trifft eine Nachricht von Johannes Müller ein (Schiller hat damit dem Schweizer Historiker Johannes von Müller, dem er viele Einzelheiten verdankt, ein kleines Denkmal gesetzt): Der habsburgische König Albrecht sei von seinem Neffen Johannes Parricida ermordet worden, da er dem sein Erbe hatte vorenthalten wollen. Gerade dieser König aber hatte die verbriefte Reichsunmittelbarkeit der Schweizer missachtet, um sie zu habsburgischen Lehnsleuten zu machen. (Szene 2) Tells Frau wirft ihm vor, das Leben seines Kindes gefährdet zu haben. Der flüchtige Parricida tritt auf und bittet den Tyrannenmörder Tell um Beistand. Tell weist auf den großen Unterschied beider Taten hin: „Darfst du der Ehrsucht blutge Schuld vermengen | mit der gerechten Notwehr eines Vaters? “; er bewegt ihn, in Rom dem Papst die „grässliche“ Tat zu beichten. (Szene 3) Das Volk strömt herbei und bejubelt Tells Tat. Ihn selbst lässt Schiller, der Meister der Dramenschlüsse, hier ganz zurück treten; er endet vielmehr damit, die Frauen und die Unfreien einzubeziehen: Berta von Brunek verbindet sich mit Rudenz: „So reich ich diesem Jüngling meine Rechte, | Die freie Schweizerin dem freien Mann!“ Rudenz' Antwort beschließt das Stück: „Und frei erklär ich alle meine Knechte.“

Aufführungsgeschichte

Das Schauspiel Wilhelm Tell wurde 1803–1804 von Friedrich Schiller geschrieben und am 17. März 1804 am Weimarer Hoftheater uraufgeführt.
Charlotte von Lengefeld, spätere Frau des Dichters, machte Schiller bereits 1789 mit der Tellsage bekannt, als sie ihm brieflich über die Lektüre der „Geschichten schweizerischer Eidgenossenschaft“ Johannes von Müllers (Erscheinungsjahr 1780) berichtete. Goethe besuchte bereiste zwischen 1775 und 1797 dreimal die Innerschweiz und teilte Schiller im Oktober 1797 mit, dass er gerade wieder die „kleinen Cantone“ besuche und sich intensiv mit der Sage befasse (Brief vom 8. Oktober 1797). Die Gegend um den Vierwaldstättersee und die Gestalt des Wilhelm Tell faszinierte ihn. Er beschaffte sich die Schweizer Chronik von Tschudi und erwog zunächst, die Schweizer Befreiungssage selbst episch umzusetzen, überließ den Stoff dann aber Schiller. Von 1803 bis 1804 schrieb dieser das Telldrama in fünf Aufzügen. In den ersten vier Aufzügen blieb er dabei bis in die Einzelheiten der Chronik von Tschudi treu. Obwohl er niemals in der Schweiz weilte, zeigte er auch eine bemerkenswert genaue Ortskenntnis, da er sich als Universalgelehrter und Historiker gut zu unterrichten gewusst hatte.
Schiller stellt in seiner Interpretation den individuellen und kollektiven Freiheitskampf der innerschweizerischen Einheimischen gegen die brutale Willkürherrschaft der habsburgischen Vögte dar. Ein Aspekt ist dabei der Schritt des Titelhelden aus seiner natürlichen Unschuld, in die er nach dem Tyrannenmord nicht wieder zurückkehren kann. Während Tell zu Anfang des Stückes intuitiv handelt und seine Handlungen eher wortkarg erläutert, wird er im fünften und letzten Aufzug zu einer fast schon philosophischen Gestalt. Schon im 19. Jahrhundert wurde dieser Aufzug allerdings entweder stark gekürzt oder gar nicht gespielt, da gemäß der seit Ludwig Börne herrschenden Lesart Schiller hier eine problematische Auffassung der Befreiung zum Ausdruck bringe. Der Titelheld hätte ihrgemäß an Statt des Apfelschusses gleich auf den Landvogt schießen und so den „Heldentod“ in Kauf nehmen sollen – eine Auffassung, die für den Zeitgeist nach 1815 typisch ist.
Im „Dritten Reich“ wurde das Stück zunächst in die Nazipropaganda integriert. Propagandaminister Goebbels pries es in den ersten Jahren als „Führerdrama”, und es wurde entsprechend häufig aufgeführt. Die Hauptfiguren Tell und Werner Stauffacher wurden als ideale Führerpersönlichkeiten interpretiert, Tellzitate fanden sich in den meisten Lesebüchern. Schillers Motiv des gerechtfertigten Tyrannenmords, der Beifall des deutschen Theaterpublikums an den „unpassenden“ Stellen sowie auch mehrere Attentate auf Hitler (verübt u.a. von dem Schweizer Maurice Bavaud) scheinen jedoch zu einer völligen Abkehr der Nazis von dem Tellmythos geführt zu haben; die Änderung der Einstellung war so dramatisch, dass das Stück am 3. Juni 1941 auf Anweisung Hitlers verboten wurde. 1941 war auch das Jahr, in dem die offizielle Schweiz das 650-jährige Bestehen der Eidgenossenschaft feierte. Damals wurde oft Bezug auf Schillers „Wilhelm Tell“ genommen; so führte die Tellspielgesellschaft Altdorf am 1. August die Rütlischwurszene auf dem Rütli auf. Diese Bezugnahme auf Schillers Stück als Darstellung eines Einzelgängers, der Aufstand und Unabhängigkeit seines Landes durch ein Attentat auf den Fronvogt auslöst, trug vermutbar dazu bei, dass es im Erobererstaat der NSDAP unerwünscht wurde.
Am 10. Oktober 1989 brachte das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin auf der Berliner Volksbühne eine mehr oder minder offen zur Revolution aufrufende Inszenierung des „Wilhelm Tell“ zur Aufführung. Die staatlichen Ehrengäste verließen Türen schlagend den Theatersaal. Am Abend des Mauerfalles wurde das Schauspiel erneut in Schwerin aufgeführt – diesmal ohne Unterbrechung.
2004 wurde das Stück anlässlich seines zweihunderjährigen Jubiläums erstmals auf dem Rütli aufgeführt und zwar vom Deutschen Nationaltheater Weimar.
2006 erregte die Inszenierung des Regisseurs Samuel Schwarz im Theater St. Gallen die Aufmerksamkeit des Schweizer Feuilletons. Darin wird die Instrumentalisierung des Tellmythos durch die Propaganda der Nationalsozialisten thematisiert und durch Bezug auf antiamerikanisch-antiisraelische Mainstreamgedanken aktualisiert. Außerdem vergleicht Schwarz die Gestalt des Wilhelm Tell mit dem Amokläufer und Massenmörder von Zug, Friedrich Leibacher, und dem islamischen Terroristen Mohamed Atta.

Zur Interpretation
„Wilhelm Tell“ ist Schillers letztes, sechzehn Monate vor seinem Tod fertiggestelltes Bühnenwerk. Der fromme Bergwildjäger Tell ist der natürliche, freiheitsliebende Tatmensch (Das schwere Herz wird nicht durch Worte leicht), der der Willkür des sadistischen Vogts Gessler beherzt entgegen tritt. Gessler verkörpert hingegen die gefühlsrohe, sittlich verkommene Machtgier. Indem er Tell dazu zwingt, auf das Haupt des eigenen Kindes zu schießen, zeigt er seine widernatürliche Verkommenheit.
Wegen seines zivilisatorischen Gehalts, aber auch wegen seiner künstlerischen Form galt das Schauspiel nach dem Untergang des „Dritten Reichs“ als wichtigstes Theaterstück im gymnasialen Deutschunterricht, welches noch in den 1960er Jahren meist im 10. Schuljahr behandelt wurde.

Die Rolle der Frauen
In dem freiheitlichen Bühnenwerk verbünden sich nicht nur die Orte Uri, Schwyz und Unterwalden, sondern auch Alte und Junge, Frauen und Männer sowie Angehörige verschiedener Stände bzw. Gesellschaftsschichten gegen die habsburgische Tyrannei.
Je eine Frau aus allen drei Ständen ist dabei radikaler als die männlichen Protagonisten. So ermutigt Gertrud ihren Gatten Werner Stauffacher: „Zu Schwytz sich alle Redlichen beklagen ob dieses Landvogts Geiz und Wüterei [...] Ihr seid auch Männer, wisset eure Axt zu führen“, und als er einwendet: „Wir Männer können tapfer fechtend sterben“ , was aber werde aus den Frauen, da antwortet sie: „Der letzte Weg bleibt auch dem Schwächsten offen. Ein Sprung von dieser Brücke macht mich frei.“ Berta gewinnt Rudenz für die gemeinsame Sache. In der hohlen Gasse stellt sich Armgard, Gattin eines ohne Richterspruch eingekerkerten armen Wildheuers (Bergwiesenmähers), mit ihren hungernden Kindern dem Vogt verzweifelt und beherzt in den Weg und bittet um die Freilassung ihres Mannes; als Gessler sie und ihre Kinder niederzureiten droht, durchbohrt ihn Tells Pfeil. Armgard hebt darauf eines ihrer Kleinen empor: „Seht Kinder, wie ein Wüterich verscheidet“.

Das Recht auf Widerstand
In der Rütliszene legt Schiller der Gestalt des Werner Stauffacher seine Auffassung des individuellen und kollektiven Widerstandsrechts gegen die Tyrannei in den Mund:
„Nein, eine Grenze hat Tyrannenmacht, | wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden, | wenn unerträglich wird die Last – greift er | hinauf getrosten Mutes in den Himmel, | und holt herunter seine ew'gen Rechte, | die droben hangen unveräußerlich | und unzerbrechlich wie die Sterne selbst – | Der alte Urstand der Natur kehrt wieder, | wo Mensch dem Menschen gegenübersteht – Zum letzten Mittel, wenn kein andres mehr | verfangen will, ist ihm das Schwert gegeben – | Der Güter höchstes dürfen wir verteid'gen | gegen Gewalt [...]“
„Der alte Urstand der Natur kehrt wieder“ – diese Formulierung verweist auf Schillers Auffassung des Naturrechts: Tell verkörpert Schillers Ideal des freien Menschen, der sich seiner vernunft- und sprachbegabten Menschennatur bewusst ist und sich von keinem anderen menschlichen Wesen unterjochen lässt. Der Widerstand gegen die Besatzungsmacht ist gerechtfertigt, weil die Innerschweizer Einheimischen mit ihrer Freiheit nichts weniger als ihre Menschenwürde verteidigen.
Sprache und Sprechen ist für Tell – insoweit er den natürlich handelnden Menschen verkörpert – nicht primäre Äußerung und kein gerne aufgegriffenes diskursives Medium. Deswegen spricht Tell am Anfang des Stückes wenig, und wenn er etwas rechtfertigt, kleidet er seine Weisheiten in volkstümliche Sentenzen oder Gnomen: „Das schwere Herz wird nicht durch Worte leicht.“ Sein – im Stück später – Monolog erst zeigt, dass in ihm eine Änderung vorgegangen ist. Seine Armbrust wird er nach dem Gesslerschuss nicht mehr benutzen.

Stellungnahme zur Revolution von 1789
Schiller setzt sich in dem Schauspiel nicht direkt mit der französischen Revolution auseinander, obwohl dies viele Zeitgenossen von ihm erwarteten. Die jakobinischen Revolutionäre hatten sich u. a. auf den Tellmythos berufen, als sie den französischen König enthaupteten, ebenso wie zahlreiche Adelige und ihnen opponierende Revolutionäre des Dritten Standes.
Es geht dem älteren Schiller vielmehr um die Bewahrung und Entwicklung des „Herrlichen der Menschheit“ überhaupt, wenn er sittlich entfaltete Individualität und rechtlich geordnete Kollektivität in einer Art Musterrevolution gegen die Willkürherrschaft zusammenführt (Rede des Freiherrn von Attinghausen auf dem Sterbebett, IV. Akt, zweite Szene). Er bezieht sich dabei allerdings auch auf die revolutionäre Erklärung der Menschenrechte von 1789, thematisiert aber indirekt ebenso die brutalen Auswüchse der Revolution und die jakobinische Schreckensherrschaft (La Terreur) unter Robespierre 1793–1794:
„Abtreiben wollen wir verhassten Zwang. | Die alten Rechte, wie wir sie ererbt | von unsern Vätern, wollen wir bewahren,| nicht ungezügelt nach dem Neuen greifen. [...] Was sein muss, das geschehe, doch nicht drüber. | Die Vögte wollen wir mit ihren Knechten | verjagen und die festen Schlösser brechen, | doch, wenn es sein mag, ohne Blut.“
(II. Akt, 2. Szene, Rede des Walther Fürst auf dem Rütli)


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Kilka wierszy goethe'go


An Schwager Kronos
Spude dich, Kronos!
Fort den rasselnden Trott!
Bergab gleitet der Weg;
Ekles Schwindeln zögert
Mir vor die Stirne dein Zaudern.
Frisch, holpert es gleich,
Über Stock und Steine den Trott
Rasch ins Leben hinein!

Nun schon wieder
Den eratmenden Schritt
Mühsam Berg hinauf!
Auf denn, nicht träge denn,
Strebend und hoffend hinan!

Weit, hoch, herrlich der Blick
Rings ins Leben hinein,
Vom Gebirg zum Gebirg
Schwebet der ewige Geist,
Ewigen Lebens ahndevoll.

Seitwärts des Überdachs Schatten
Zieht dich an
Und ein Frischung verheißender Blick
Auf der Schwelle des Mädchens da.
Labe dich! – Mir auch, Mädchen,
Diesen schäumenden Trank,
Diesen frischen Gesundheitsblick!

Ab denn, rascher hinab!
Sieh, die Sonne sinkt!
Eh sie sinkt, eh mich Greisen
Ergreift im Moore Nebelduft,
Entzahnte Kiefer schnattern
Und das schlotternde Gebein.

Trunknen vom letzten Strahl
Reiß mich, ein Feuermeer
Mir im schäumenden Aug,
Mich geblendeten Taumelnden
In der Hölle nächtliches Tor.

Töne, Schwager, ins Horn,
Raßle den schallenden Trab,
Daß der Orkus vernehme: ein Fürst kommt.
Drunten von ihren Sitzen
Sich die Gewaltigen lüften.





Der Fischer

Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll,
Ein Fischer saß daran,
Sah nach dem Angel ruhevoll,
Kühl bis ans Herz hinan.
Und wie er sitzt und wie er lauscht,
Teilt sich die Flut empor:
Aus dem bewegten Wasser rauscht
Ein feuchtes Weib hervor.

Sie sang zu ihm, sie sprach zu ihm:
»Was lockst du meine Brut
Mit Menschenwitz und Menschenlist
Hinauf in Todesglut?
Ach wüßtest du, wie's Fischlein ist
So wohlig auf dem Grund,
Du stiegst herunter, wie du bist,
Und würdest erst gesund.

Labt sich die liebe Sonne nicht,
Der Mond sich nicht im Meer?
Kehrt wellenatmend ihr Gesicht
Nicht doppelt schöner her?
Lockt dich der tiefe Himmel nicht.
Das feuchtverklärte Blau?
Lockt dich dein eigen Angesicht
Nicht her in ew'gen Tau?«

Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll,
Netzt' ihm den nackten Fuß;
Sein Herz wuchs ihm so sehnsuchtsvoll
Wie bei der Liebsten Gruß.
Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm;
Da war's um ihn geschehn;
Halb zog sie ihn, halb sank er hin
Und ward nicht mehr gesehn.



Erlkönig

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? -
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron und Schweif? -
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. -

»Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.«

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht? -
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In dürren Blättern säuselt der Wind. -

»Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.«

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? -
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau. -

»Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.«
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! -

Dem Vater grauset's, er reitet geschwind,
Er hält in den Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.


Ganymed

[329⇒] Wie im Morgenglanze
Du rings mich anglühst,
Frühling, Geliebter!
Mit tausendfacher Liebeswonne
Sich an mein Herz drängt
Deiner ewigen Wärme Heilig Gefühl,
Unendliche Schöne!

Daß ich dich fassen möcht
In diesen Arm!

Ach, an deinem Busen
Lieg ich, schmachte,
Und deine Blumen, dein Gras
Drängen sich an mein Herz.
Du kühlst den brennenden
Durst meines Busens,
Lieblicher Morgenwind!
Ruft drein die Nachtigall
Liebend nach mir aus dem Nebeltal.

Ich komm, ich komme!
Wohin? Ach, wohin?

Hinauf! Hinauf strebt's.
Es schweben die Wolken
Abwärts, die Wolken
Neigen sich der sehnenden Liebe.
Mir! Mir!
In euerm Schoße
Aufwärts!
Umfangend umfangen!
Aufwärts an deinen Busen,
Alliebender Vater! [⇐329]


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